Diplom-Kauffrau Melanie Friedrich-Golla - Steuerberaterin

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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Dienstag, 26.11.2019

Verletztengeld nur für nachgewiesenes Arbeitsentgelt - Lohn aus Schwarzarbeit bleibt unberücksichtigt

Das Landessozialgericht Hessen entschied, dass Arbeitnehmer nach einem Arbeitsunfall für den Anspruch auf Verletztengeld den tatsächlich erhaltenen Verdienst nachweisen müssen. Nicht nachgewiesene Einnahmen, wie etwa der Lohn aus Schwarzarbeit, können nicht erhöhend auf das Verletztengeld angerechnet werden (Az. L 9 U 109/17).

Ein Versicherter war auf einer Großbaustelle als Einschaler tätig und wurde von einer einstürzenden Decke verletzt. Die Berufsgenossenschaft erkannte einen Arbeitsunfall an und gewährte Verletztengeld nach der vorgelegten Verdienstabrechnung für eine Tätigkeit von 20 Stunden in der Woche. Der Verletzte verwies darauf, dass er weitaus mehr auf der Baustelle gearbeitet habe und legte einen Arbeitsvertrag über 40 Wochenarbeitsstunden vor.

Das LSG Hessen gab der Berufsgenossenschaft Recht. Die Höhe des Verletztengeldes richte sich nach dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt. Da ein Arbeitsentgelt des Versicherten für mehr als 20 Wochenstunden im Streitfall nicht nachgewiesen sei, habe er keinen Anspruch auf ein höheres Verletztengeld.

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